Wer waren die „Ghost Walkers“ auf dem Eis?
Im Jahr 1923 sah ein amerikanischer Grenzschutzbeamter weiße Gestalten über das gefrorene Wasser gleiten. Es waren keine Geister, sondern Belgier auf der Suche nach einem neuen Leben in Amerika. Mit der temporären Expo Drifting Belgians lud das Red Star Line Museum Sie ein, auf neue künstlerische Weise auf ein wenig bekanntes Kapitel unserer Geschichte zu blicken: die europäischen Emigranten, mit Fokus auf belgische Reisende aus den 1920er Jahren, die trotz strenger Beschränkungen für die amerikanische Einwanderung dennoch die Überfahrt über Kanada wagten.
“In January 1923, during one of his patrols, American border guard John Coe spied on the frozen Detroit River through his binoculars, and he saw four people on the white ice coming his way who looked like ghosts. They were two Belgians and an Italian, accompanied by a Canadian smuggler. They had draped white sheets over themselves as camouflage and covered the soles of their shoes with iron to prevent slipping. It was a common practice. The local population spoke of ghost walkers, as a symbol of a growing illegal industry in the American-Canadian border area of the early 1920s.”
In der Expo Drifting Belgians nahm die visuelle Künstlerin Mashid Mohadjerin Sie mit in ein vergessenes Kapitel unserer Geschichte. Sie führte Sie zurück in die 1920er Jahre, als Belgier trotz strenger Einwanderungsgesetze dennoch die Überfahrt nach Amerika über Kanada unternahmen.

Sie erfuhren was es bedeutete, „unterwegs“ zu sein
Mashid Mohadjerin reiste ihnen hinterher und machte diese Reise zu einer eindringlichen und künstlerischen Erfahrung. Durch Fotos, Audio- und Videoinstallationen macht sie die Emotionen der Migranten spürbar. Historische Postkarten und Briefe, aber auch zeitgenössische Nachrichten zeigen, was die Daheimgebliebenen von ihren fernen Verwandten erfuhren.
Als Besucher legten Sie selbst einen Weg durch die Expo zurück. Sie erfuhren, was es bedeutete, „unterwegs“ zu sein: die Suche nach dem Glück unter Lebensgefahr, der Traum von einem besseren Dasein und der raue Zusammenprall mit der Realität.
© Wim Hadermann
Die visuelle Künstlerin Mashid Mohadjerin (geb. 1976, Teheran) übersetzt diese Geschichte in eine Bildsprache, die dokumentarische und künstlerische Vorstellungskraft subtil verwebt. Mohadjerin promovierte 2021 in den Künsten an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen und arbeitet international mit Fotografie, Video, Sound, Collagen und Text. Ihr Werk wurde weltweit gezeigt und ausgezeichnet und erforscht ständig multiperspektivische Narrative.


